E-Mail-Spam nur zu 0,00001% erfolgreich

Sieben Informatiker der Universitäten von Berkeley (UCB) und San Diego (USCD) wollten in einer Art Spam-Studie untersuchen, inwieweit sich E-Mail-Spam denn eigentlich lohnt.
Dazu haben sie selbst ein Spamnetzwerk aus gehackten ca. 75.000 Computern genutzt und selbst Spam-E-Mails versendet.

Unter anderem beworben sie darin Pillen etc. für eine eigens eingerichtete Online-Apotheke. Diese diente allein zur statistischen Erfassung der Klicks und Bestellungen, Waren wurden natürlich keine versendet:
E-Mail-Spam

Zahlen, Daten, Fakten

Die Forscher verschickten ca. 350 Millionen mal E-Mail-Spam und verzeichneten nach 26 Tagen 28 „Verkäufe“ auf der eingerichteten und druchaus ansehnlich-seriösen Online-Apotheke (siehen oben).
Rechnet man das auf einen Verkauf um, waren 12,5 Millionen E-Mails daüfr erforderlich, was 0,00001% (oder genauer 0,000008%) entspricht. Im Online-Marketing nennt man diese Quote Conversation-Rate (Konverationsrate). Das ist auf den ersten Blick ein sehr schlechter Wert.

Lohnt sich das?

Im nächsten Schritt untersuchten die Forscher, ob sich das lohne. Als wissenschaftlich-empirisch kann dies aber nicht mehr bezeichnet werden, da es von sehr vielen Faktoren abhängt, wieviel Gewinn am Ende übrig bleibt.
Denn dass es sich lohnen muss, kann jeder Inhaber eines E-Mail-Postfaches leicht erkennen.
Mit ihren 28 Verkäufen hätten die Forscher 2.731,88 US-Dollar eingenommen, also pro Kauf etwa 100 US-Dollar. Darauf basierend kamen die Forscher zum Ergebnis, dass sich E-Mail-Spam nicht lohnen könne (siehe Golem).

Zu bedenken ist allerdings, dass die Forscher nur geschätzte 1,5% der infizierten Rechner genutzt haben. Im Ernstfall wäre die Anzahld er Spam-E-Mails um ein Vielfaches höher. Im Gleichzug sinken die Grenzkosten, was sich weiter positiv auf die Gewinnquote auswirkt.

Ergebnis

Es klicken offenbar immer noch zu viele auf E-Mail-Spam. Aus deutscher Sicht werden die Mails teilweise auch deutlich besser und sprachlich versierter. Leider. Weitere Gedanken dazu beim MarketingBlog oder in der offiziellen Pressemitteilung.
Bei Chip.de scheint man sich schon an den hohen Spam-Anteil gewöhnt zu haben.

UPDATE: Mehr dazu auch im stets hörenwerten Podcast von Thomas Wanhoff. Danke für die Erwähnung!

Weiterlesen

Kommentar schreiben

Dein Kommentar mit Deiner Meinung ist willkommen! Alle Kommentare werden moderiert, Spam sofort entfernt.
Pflichtfelder: bitte alle Felder ausfüllen. Deine E-Mail-Adresse wird nur zum Missbrauchschutz temporär gespeichert und nicht weitergegeben.

Dein Kommentar:

Du: